Das Netzfilter

Entwicklung und Realisierung durch Frank Wilker

Dieses Projektbeschreibung wird noch weiter ergänzt!

letzte Änderung: 25.05.2020

Netzfilter Sammlung



Wie kam es dazu?

Ein Bausatz, von denen ich dann sofort mehrere erwarb, brachte den Stein ins Rollen.

neue Platinen

das verwendete Eisen

(eher ein Ferrit-Kern)


Allerdings fanden diese Bausätze erst mal nicht den Weg in meine DIY-Röhrenverstärker. Dafür waren die Netzfilter eigentlich vorgesehen. So wurden sie erst mal zu Geschenken für gute Freunde. Verwundert nahm ich wahr, das es weitere Rückfragen nach mehr Filtern und auch Fertiggeräten gab.

Tatsächlich gab es dann durch Mundpropaganda noch viele weitere Käufer. Und vor allem aber gab es ein Feedback, welches die Funktion des Filters eindeutig bestätigten. Natürlich war ich nun neugierig geworden. Also war die logische Konsequenz das Filter zu testen. Gesagt getan; Dicke Überraschung. Es gab einen merkbaren Unterschied im Klang.

neue Platinen

das Herz des Filters

Gleichzeitig gab es weiterhin Anfragen in Sachen Netzfilter. Also bestellte ich erneut Bausätze. Der Verkäufer der Bausätze sah wohl die Chance seinen Netzfilterbestand schnell an den Mann zu bringen. Aus meiner Sicht war es damals ein faires Angebot. Wobei das Design der Bausätze nicht wirklich dazu geeignet war, einen Kunden zum Kauf zu bewegen. Eine Platine aus Pertinax, Kondensatoren aus der Röhrenzeit (nichts gegen Röhren bitte), wacklige Sicherungshalter und die Verbindungen wurden durch Lötnägel hergestellt!

Mir war die Optik erst mal egal. Ich besaß jetzt mehr Netzfilter als nötig und konnte alle Wünsche erfüllen.




Weiterentwicklung

neue Platinen

Platinen

in neuem outfit

Ich hatte nun begonnen die Netzfilter im großen Auktionshaus einzustellen und musste häufig auch misstrauische Nachfragen, ob das Filter es überhaupt tun würde, beantworten. In meiner direkten Art, hatte ich es ohne großartiges Marketing Konzept beschrieben. Wusste ich doch, dass das Filter ausgezeichnet funktionierte.


Die altertümliche Aufmachung war letztendlich der Grund, dem Filter eine zeitgerechte, optisch ansprechende Platine zu spendieren. Und da ich gerade dabei war, gab es weitere Verbesserungen:

  • Die Drosseln wurden gegen moderne Typen (und stromstärkere) ausgetauscht
  • Als Kondensator wurde ein Markenprodukt eingesetzt
  • schraubbare Anschlussbuchsen
  • Die klapprigen Halter für die Sicherung wurden dann auch gleich mit ausgetauscht.

Die schraubbaren Anschlussterminals sorgten dafür, dass auch unbedarfte DIYer die Platine einfach in eine bestehendes Gerät integrieren konnten. Ein genialer Marketing-Schachzug von mir (kleiner Scherz). Immerhin sah die Geschichte jetzt schon deutlich professioneller aus.

Der wichtigste Teil des Filters aber blieb: Drosseln, Übertrager, wie auch immer man sie nennen möchte. Insgesamt sind es hier zehn Induktivitäten verschiedenster Werte, die auf Aussen- und den Neutralleiter wirken. Diese filtern symmetrisch das Lebenselixier unserer Hifi-Anlage. Dabei wirkt ein Teil des Filterarray´s auf den Bereich der hörbaren Frequenzen bis 20kHz und ein anderer Teil auf einen breitbandigen MHZ-Bereich ein. Damit werden hier die Überlagerungen und Störungen, die auf unserer Netzspannung liegen, entfernt.

Da die 450VA Leistung manchen Kunden zu gering waren, entwickelte ich weitere Varianten, so dass mir heute drei Platinen mit 450VA, 900VA und 1450VA zur Verfügung stehen. Diese können in einem Gerät/einer Netzleiste beliebig miteinander kombiniert werden. Da jedes Gerät wieder in die Netzspannung rückkoppelt, sollte man sinnvoller Weise auch jedes Gerät mit einem eigenen Filter entkoppeln.


Netzfilter

Netzfilter

450VA

Netzfilter

Netzfilter

900VA

Netzfilter

1450VA




Gehäusebau

div Gehäuse

diverse Gehäuse

der Fa. Hammond

Meine ersten Komplett-Geräte bestanden aus einem Roh-Aluminium-Gehäuse an denen ich Feuchtraumsteckdosen mit Klappdeckeln befestigte. Dazu ein fertige konfektioniertes Netzkabel mit angespritztem Stecker direkt in das Gerät geführt; Fertig. Eine billige Zugentlastung vervolständigte das Ganze. Meine Käufer waren zum Glück designresistent, wollten sie das Filter doch möglichst sofort in Ihre Arme schließen können. Mir gefiel das ganze nur bedingt; Also war Brainstorming angesagt.

Was ich mittlerweile gelernt hatte war, was billig aussieht, wird auch für billig gehalten und möglichst auch noch stark im Preis gedrückt. Unabhängig von der Qualität des Produktes. Dies hatte ich schon in der Anfangsphase der Bausätze gelernt. Also in die Vollen gehen? Ein richtiges High-End-Produkt auflegen? Das verbaute Filter wäre dazu geeignet. Soviel stelle ich hier schon mal fest.

Wenn ich sehe, wie manche Steckdosenleiste mit (nur) verstärkten Kontakten vermarktet wird, alle Achtung. Die beschriebene Leiste gibt es wirklich und sollte übrigens über 1000€ kosten. Waren ja immerhin sechs Steckdosen dran. Ich hoffe Sie verstehen meine Art des Humors ein wenig. Ansonsten haben Sie vermutlich gleich eh keine Lust mehr weiter zu lesen.

Ich hatte mich natürlich auf dem Markt umgesehen und bei anderen Herstellern gespickt. Geräte mit einer echten Filterfunktion finden sich wenige am Markt. Diese liegen fast alle im hochpreisigen Segment, mindestens vierstellige Summen sind da zu berappen. Diese dürften dafür aber tatsächlich funktionieren. Dann gibt es noch die Geräte, die mit dicken Kabeln, geflochtenen Leitern und "selten" noch mit ein paar Drosseln ausgestattet sind. Die sind dann NUR schweineteuer (gerade noch dreistelligen Bereich). Irgendwie komme ich mir gerade ein wenig vera....t vor!

Aber allen Geräten war eines gleich: Sie sahen professionell aus. Manche Geräte sind in Gehäuse eingebaut, da würden meine Verstärker neidisch aus der Wäsche gucken. Und hier erklärt sich natürlich auch das zustande kommen des Preises. Ein Unternehmen muss die Geräte entwickeln, bauen, Marketing betreiben, Mitarbeiter bezahlen und dann auch noch verkaufen. Damit muss der Verkaufspreis in etwa das 10- bis 20fache der Herstellungskosten betragen.

Bei diesen Überlegungen bin ich an dem Punkt angelangt, der für mich wichtig ist. Ich möchte nichts verkaufen, indem ich durch ein edles Design und überhöhte Preise suggeriere, dass mein Gerät das Beste ist. Verstehen Sie das bitte nicht falsch. Natürlich gibt es Hersteller (sogar viele) am Markt, die ein hochwertiges Produkt zu adäquaten Preis verkaufen.

Mein Resumee daraus ist: Meine Kunden bekommen einen adäquaten Gegenwert für ihr Geld. Ist der Kunde nicht zufrieden, bekommt er sei Geld zurück. Basta! Und das Filter erhält ein ansprechendes Äußeres.

Nachdem ich das für mich geklärt hatte, ging es an die Arbeit. Ich will Sie nicht mit Einzelheiten langweilen, aber das war keine einfache Geschichte. Ich fand schwarz lackierte Alu-Gehäuse, die einen sehr guten Kompromiss zwischen Preis und Funktionalität boten. Es gibt sie in verschiedenen Größen, gut verfügbar und nebenbei sind sie auch noch gut zu bearbeiten.




Die weiteren Bauteile

Steckdose

Steckdose mit Glas

kratzfest, schwarz lackiert


Ein paar eilig bestellte Probe-Steckdosen, um dem neuen Besitzer sein Gerät möglist schnell liefern zu können, waren direkt der Volltreffer: Einwandfreie Optik gepaart mit hochwertiger Verarbeitung, Glas in schwarz oder grau hintergrund lackiert und auch noch !kratzfest!; WOW. So war dieses Problem schnell aus der Welt.





Ölflex

Ölflex der Fa. Lapp

CY110 3 x 1,5mm²


Eine Zugentlastung mit Knickschutz für das Netzkabel war schnell gefunden. Bei dem Anschlusskabel hatte ich mich gegen eine steckbare Lösung entschieden. Da ich ein hochwertiges abgeschirmtes Kabel verwenden wollte und das Filter ja die Aufgabe hat die Einstrahlungen (auch die nullkommanix Einstrahlungen die durch das Netzkabel eingefangen werden) zu entfernen, war eine steckbare Lösung entbehrlich. Meine Wahl fiel auf das Ölflex Classic CY110 in 3 x 1,5mm². Auf Wunsch verbaue ich natürlich auch gerne 2,5mm² Kabel.


Hier mal kurz eine Werbe-Einblendung (Ich liebe das) zum Kabel:

  • geeignet für EMV kritischer Umgebung (Elektromagnetische Verträglichkeit)
  • Platzsparend aufgrund kleiner Kabeldurchmesser
  • Hohe elektrische Sicherheit durch 4 kV Prüfspannung
  • Feindrähtige Litze aus blanken Kupferdrähten
  • PVC Aderisolation LAPP P8/1
  • PVC- Innenmantel
  • grau, Kupfergeflecht, verzinnt
  • Mantel aus PVC, transparent
  • Adern in Lagen verseilt
  • VDE Reg. Nr. 7030
  • Flammwidrig nach IEC 60332-1-2
  • Gute chemische Beständigkeit
  • Hoher Bedeckungsgrad der Abschirmung
  • geringer Kopplungswiderstand (max. 250 O/km bei 30 MHz
Rhodium Stecker

Stecker

Rhodium beschichtet

Rhodium Stecker

stabile Verschraubung

Rhodium Stecker

in Bearbeitung

Nun noch einen Stecker finden. So ein Protzding von Furutech (für 80€) brauchen wir/ich nicht. Gold ist schön, schenkt es der Ehefrau. Ich nehme einen Stecker mit Rhodium beschichteten Kontakten. Der Stecker ist hochwertig verarbeitet. Er würde sogar 8mm² Kabel aufnehmen und die Verschraubung hält, auch wenn man ihr Gewalt antut.

Aus diesen Indegrenzien baue ich nun meine Netzfilter. Eine Vorstellung einiger vorhandenen Modelle finden Sie weiter unterhalb. Eine "echte" Netzleiste ist mittlerweile ebenfalls in Planung.




Verfügbare Modelle

Hier einige ältere Modelle der 1. Generation:

alte Version

alte 900VA Version

angespritzter Stecker

preiswertes Netzkabel

alte Version

alte 900 und 450VA Versionen

angespritzter Stecker / einmal preisiwerter Stecker vergoldet

hier mit den jeweils zugehörigen Platinen

Hier einige aktuelle Modelle, die ich im großen Auktionshaus anbiete:

aktuelle Netzfilter

das kleinste Filter

450VA

aktuelle Netzfilter

ein großes Filter

drei Dosen / 1450VA oder 2900VA

aktuelle Netzfilter

die 900VA Version

eine Steckdose

Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Mehr Steckdosen sind genauso möglich, wie verschieden Leistungen in einem Gerät kombiniert. Dazu habe ich weiter unten den Bau eines Kundenwunsches dokumentiert.


Weitere Einblicke:

Netzfilter diverses

Nie verkauft

Alexa oder Google fähig

Netzfilter diverses

Netzfilter 900VA

kurz vor Fertigstellung

Netzfilter diverses

Netzfilter 900VA

von unten

Für das von Alexa, über Google oder ein Android schaltbare Netzfilter hat sich irgendwie nie ein Mensch interessiert. Mögen moderne Menschen keine Netzfilter?




Ein Beispiel

Uwe schrieb mich an, mit dem Wunsch ihm ein Netzfilter zu konfigurieren.

Seine Wünsche waren folgende:

  • Auf jeden Fall ein 2,5mm² Kabel, in 7 Meter Länge
  • 6 Steckdosen, die Verhandlungen variierten von 4 zu 8 Steckdosen
  • 3 x 450VA an drei Steckdosen
  • 900VA an einer Steckdose
  • und 1450VA an zwei Steckdosen
  • Kühlbohrungen im Gehäuse
Netzfilter für Uwe

Netzfilter für Uwe

Nach den ersten Arbeiten

Die drei Reihen Bohrungen (auf jeder Seite) zur Kühlung hätten etwas weniger aufwendig dimensioniert werden können.

Netzfilter diverses

Eine erste Ansicht

noch nicht verkabelt

Netzfilter diverses

Während der Arbeiten

Kurz vor dem Finale

Netzfilter diverses

Das Fertige Gerät

Uwe ist zufrieden

Das Original Statement von Uwe:

"Die noch vorhandenen Störgeräusche sind hörbar leiser geworden, wenn auch nicht weg. Die Musik ist -subjektiv- noch etwas "klarer" und sehr minimal weniger "scharf" geworden, meine ich mal so..."




Updates

Es wird zusätzliche Gehäuse in Form einer echten Netzleiste geben! Diese werden Holzfronten und einen Ein- und Ausschalter haben. Eventuell sogar ferngesteuert. Freuen Sie sich auf die Neuerungen

Weiterhin hatte Uwe Probleme mit einer anderen Störung. Da eine Ferndiagnose immer schwierig ist, musste ich raten. Allerdings hörte sich die Fehlerbeschreibung deutlich nach einer Gleichstrombelastung der Primärseite eines Netztrafos an. Also mal wieder "Eben schnell" ein Gleichstromfilter zusammen gebaut und in den hohen Norden geschickt. Bingo: deutlich geringere Störungen und damit gibt es jetzt auch dieses Filter in meinem Repertoire.

Hier geht es zur Projektseite: DC-Filter

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Frank Wilker

Vielen Dank all Denen, die mit Tipps und Anregungen geholfen haben, diese Filter zu verbessern.

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Nützliche Links

  • Audio Regler Fachlich fundierte Infos verständlich rüber gebracht
  • Bohne Audio Teure Netzfilter - Aber einige Wahrheiten über die Nutzung von Netzfiltern
  • Ebay.de Auktion Netzfilter
  • AAA Diskussion im Analog Forum / daher subjektiv